Beschreibung:

Faltenwespen (Vespidae) gehören  zusammen mit den Ameisen und Bienen zu der Ordnung der Hymenoptera und bilden zum Teil individuenreiche, einjährige Staaten, bei denen  nur die jungen Königinnen überwintern und im Frühjahr neue Kolonien gründen. Die meisten Arten leben aber solitär. Alle in Europa vorkommenden Wespenarten stehen unter Artenschutz und dürfen nicht bekämpft werden. Eine Ausnahme bilden die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, die ihre Nester auch innerhalb von Siedlungen sowie an Gebäuden anlegen und für den Menschen lästig werden können, indem sie Tische der Außengastronomie sowie Kaffeetafeln auf der Terrasse oder in Gärten anfliegen.  

Folgende Arten sind in Siedlungen häufig:

Vespula vulgaris (Gemeine Wespe)

Vespula germanica (Deutsche Wespe)

Dolichovespula saxonica (Sächsische Wespe)

Vespa crabro (Hornisse)

Polistes dominulus (Französische Feldwespe)

Wespen sind je nach Art unterschiedlich groß. Die Gemeine Wespe ist 12 – 17 mm lang und die Hornisse erreicht eine Länge bis zu 30 mm . Hornissen sind außerhalb des Nestes friedlich und stellen keine Bedrohung für den Menschen dar. Kaffeetafeln bzw. Gartenlokale werden nicht von Hornissen angeflogen. Viele Arten haben schwarze, gelbe und orange-rötliche Farbkombinationen, um anzuzeigen dass sie einen schmerzhaften Stachel besitzen und ihnen aus dem Weg gegangen werden sollte.

Verhalten:

Neben den sozialen Wespen, die zum Teil große Völker bilden, gibt es auch viele solitäre Arten. Den Sommer über erbeuten die Arbeiterinnen vor allem proteinhaltige Nahrung. Im Spätsommer, wenn keine Brut mehr versorgt werden muss, ernähren sich die Arbeiterinnen vor allem von zuckerhaltigen Substanzen, u.a. von Obst. Die Gemeine und die Deutsche Wespe fliegen dabei auch süße Getränke und Nahrung des Menschen an, wobei die Arbeiterinnen sehr hartnäckig und unberechenbar sind. Mit den ersten Nachtfrösten stirbt die gesamte Kolonie ab, und die Nester zerfallen innerhalb weniger Wochen, während die jungen Königinnen in Verstecken überwintern.

Lebensraum:

Oberirdisch und frei sichtbar angelegte Nester gehören in der Regel der Sächsischen Wespe, die auch im Nestbereich friedlich ist  und den Menschen nicht belästigt. Die Nester der Deutschen und Gemeinen Wespe befinden sich dagegen unterirdisch oder überirdisch an dunklen, versteckten Orten. Die ebenfalls friedliche Französische Wespe legt offene Nester an, bei denen die Waben sichtbar sind und die Umhüllung fehlt. Ihre Nester können in Felsspalten oder unter Dachziegeln versteckt sein, aber auch frei in der Vegetation hängen.

Schadwirkung:

Wespen gehören zu den Nützlingen und damit zu den geschützten Arten. Nur die Deutsche und Gemeine Wespe können im direkten Umfeld des Menschen lästig werden, da sie auf der Suche nach Nahrung auch Kaffeetafeln, Außenbereiche von Restaurants, Bäckereien und anfliegen. Wenn Wespen sich allerdings bedroht fühlen, können sie schmerzhaft stechen.

Im Gegensatz zu Bienen deren Stachel Widerhaken besitzt und in der Haut des Menschen hängen bleibt,  können Wespen den Stachel nach dem Stich wieder aus der Haut herausziehen und mehrfach stechen. Für Menschen mit einer Allergie kann ein Wespenstich sogar lebensbedrohlich sein. Auch ein Stich in den Rachen oder Hals kann gefährlich sein, da durch Schwellung Erstickungsgefahr entsteht.

Erste Hilfe bei Wespenstichen

Der Stich ist mehrere Tage lang unangenehm. Legen Sie Eis auf die Stiche um Schmerzen und Schwellungen zu reduzieren. Wenn bekannt ist, dass die gestochene Person eine Wespenallergie hat, sollte man die betroffene Gliedmaße ruhig lagern und die Person unverzüglich ins Krankenhaus bringen bzw. den Notarzt rufen.