Argentinische Ameisen im Winter

Arbeiterinnen der Argentinischen Ameise an einem Maxforce Quantum Tropfen unter einem Brett auf der Terrasse.

Arbeiterinnen der Argentinischen Ameise an einem Maxforce Quantum Tropfen unter einem Brett auf der Terrasse.

Kollegen und ich begutachteten 2007 einen  Befall, der sich über mehrere nebeneinander stehende Ein­familienhäuser in den Niederlanden erstreckte. Wir wurden angerufen, nachdem eine Bekämpfung im Inneren der Häuser mit Ködern nicht zu einem Erfolg geführt hatte. 

Wir stellten fest, dass sich die Ameisen vor allem auf der dem Terrassenbereich zugewandten Seite der Häuser aufhielten. Ameisen­straßen wurden auf den Fensterbänken, an Fußleisten sowie im Küchenbereich entlang der Arbeitsflächen gefunden. In Vorratsschränken wurde ebenfalls Befall festgestellt. Nester wurden im Inneren der Häuser allerdings nicht entdeckt.  Die Temperatur lag während dieses Zeitraumes über Nacht unterhalb von 0°C und stieg im Laufe des Tages auf wenige Grad über Null, so dass wir nicht davon ausgingen, dass die Ameisen außerhalb der Häuser aktiv waren.

Wir waren daher erstaunt, im Terrassenbereich unter Steinplatten und am Boden liegenden Hölzern Tunnelsysteme mit aktiven(!) Arbei­terinnen zu finden. Ködertropfen, die wir entlang dieser Laufwege ausbrachten, wurden von den Ameisen trotz der niedrigen Temperaturen sofort angenommen. Am späten Vormittag beobachteten wir die Arbeiterinnen auch an den sonnenbeschienenen Außenwänden der Häuser.

Auf Nachfrage teilte uns der zuständige Schädlingsbekämpfer mit, dass die Kolonie einheimische Arten verdrängt hatte und inzwischen ein Territorium von mehreren Quadratkilometern abdeckte.
Zur Bekämpfung ist Maxforce Quantum das Mittel der Wahl, allerdings muss, wie in diesem Fall, die besondere Lebensweise dieser Art beachtet werden. Dr. Reiner Pospischil

Die Argentinische Ameise bevorzugt zucker­haltige Nahrung und hütet Insekten, vor allem Blattläuse, die Honigtau produzieren. Sirup, Frucht- und Obstsäfte sowie überreife Früchte sind ebenfalls attraktiv. Daneben tragen die Arbeiterinnen aber auch protein- und ölhaltige Nahrung in die Nester ein. Da diese Nahrungsquellen in der kalten Jahreszeit nicht zur Verfügung stehen verlagern die Kolonien ihre Nester an die Fundamente der Häuser, wo sie auch den Winter über genügend Nahrung finden. Brut ist allerdings in den „Winternestern“ nicht vorhanden. Die jahreszeitliche Verlagerung der Nester in Richtung der Gebäudefundamente wurde bereits in Nordspanien beobachtet, und die Kältetoleranz der Argentinischen Ameise wurde aus Japan beschrieben.

Die Argentinische Ameise (Linepithema humile) ist in Argentinien, Paraguay, Uruguay und Brasilien heimisch und wurde im Zuge des Welthandels weltweit in Länder mit subtropischem bis mediterranen Klima verschleppt. Nach Südeuropa gelangte die Art bereits Ende des 19. Jahrhunderts und hat sich unter anderem in Portugal bis zu 800 Meter pro Jahr entlang der Küste ausgebreitet. Inzwischen besiedeln zwei Superkolonien der Argentini­schen Ameise große Teile der Atlantik- und Mittelmeerküste Südeuropas. Die Art hat sich auch nahezu unbemerkt auch in Mitteleuropa etabliert.

Die Argentinische Ameise gehört laut Liste der GISP (Contribution to the Global Invasive Species Programme) zu den 100 weltweit gefährlichsten invasiven Organismen. Zur Bekämpfung ist Maxforce Quantum das Mittel der Wahl, allerdings muss, wie in diesem Fall, die besondere Lebensweise dieser Art beachtet werden.