Chemische Bekämpfung von Bettwanzen

Bettwanzen sind hartnäckige, schwer zu erfassende Schädlinge. Die zwei wesentlichen Punkte bei der Bekämpfung finden Sie hier.

Schritt 1 – Verschaffen Sie sich einen  guten Überblick

Die vorbereitenden Maßnahmen sind bei einem Bettwanzen-Befall ausschlaggebend für den Erfolg einer Bekämpfung. Vor der Behandlung müssen das Bett sowie weitere potentiell befallene Möbel so zerlegt werden, dass alle Oberflächen zugänglich sind. Kopfteile des Bettes, die an der Wand befestigt sind, müssen ebenfalls demontiert werden. Gleiches gilt für Verblendungen an der Wand, sowie an Heizungen und Versorgungsschächten. In die Außenfläche von Hohlräumen, die nicht geöffnet werden können,  wird an einer unauffälligen Stelle ein Loch gebohrt (Ø zirka 1cm), durch das eine Behandlung erfolgen kann. Dieses Loch wird nach der Bekämpfung wieder verschlossen. Teppiche müssen hochgenommen werden, da ihre Unterseiten ideale Verbergeorte darstellen, besonders, wenn sie geschützt unterhalb von Möbeln liegen.

Achten Sie auf jedes noch so kleine Versteck! Gegenstände, die Bettwanzen beherbergen können, aber nicht mit einem insektiziden Mittel behandelt werden sollen, unter anderem empfindliche Einrichtungsgegenstände, Textilien, Kuscheltiere, Bücher sowie elektronische Geräte können durch eine authorisierte Firma in einem dafür vorgesehenen Container begast werden, unter anderem mit Kohlendioxid. Durch Einfrieren befallener Gegenstände bei -18° Celsius über 72 Stunden werden Bettwanzen ebenfalls abgetötet. Um die unkontrollierte Ausbreitung des Befalls zu verhindern, dürfen keine Möbel oder andere Gegenstände während der Bekämpfungsmaßnahmen in anderen (nicht befallenen Räumen) untergebracht werden. Vergessen Sie auch nicht die Gardinenstangen  und Hohlräume in Türen und Wänden der Möbel.

Schritt 2 – Beziehen Sie den Kunden in die Bekämpfungsmaßnahmen ein.

Auch die Bewohner/Besitzer befallener Räume müssen ihren Beitrag zur Bekämpfung der Bettwanzen leisten. Nicht mehr benötigte Gegenstände müssen in dicht schließende Plastiksäcke verpackt, aus den Räumen entfernt und gegebenenfalls so entsorgt werden, dass es nicht zu einer weiteren Ausbreitung der Bettwanzen kommen kann. Wäsche aus befallenen Räumen muss in dicht schließende Plastiksäcke verpackt und wenn möglich bei mindestens 60° Celsius gewaschen werden. Die gereinigten Textilien dürfen erst nach der Behandlung und Freigabe der befallenen Räume in diese zurückgebracht werden.

Matratzen werden in dicht schließende Folien eingepackt und einer Hitzedesinfektion in einer Desinfektionsanstalt unterzogen. Zur Vermeidung eines erneuten Befalls können Matratzen mit einem speziellen Bezug umgeben werden, der den Wanzen keine Versteckmöglichkeiten bietet.

 

Schritt 3 - Sichern Sie den Behandlungsbereich gegen unbefugtes Betreten ab.

Die befallenen Räume müssen während der Behandlung, der Einwirkzeit des ausgebrachten Mittels sowie bis zur Beendigung der nachfolgenden Lüftung gegen unbefugtes Betreten geschlossen sein. Während der Behandlung sowie bis zur Freigabe der Räume dürfen sie nur mit der auf dem jeweiligen Label des verwendeten Produktes vermerkten Schutzkleidung betreten werden, u.a. Overall, Brille, Atemschutz und Handschuhe.

Schritt 4 - Bekämpfung

Die chemische Bekämpfung von Bettwanzen erfolgt mit insektiziden Spritzmitteln, Nebelpräparaten und/oder Stäuben, die nach Biozidrichtlinie (EC 98/8) Produkttyp 18 in Annex 1 gelistet sind, (beziehungsweise zukünftig gemäß Biozidgesetz für diesen Anwendungsbereich zugelassen sein werden.) Außerdem müssen diese Produkte speziell für den Einsatz gegen Bettwanzen geprüft und zugelassen sein. Gerade bei Bettwanzenbefall sind die Anwendungshinweise auf den Gebinden unbedingt zu beachten, um Unterdosierungen bzw. Fehlanwendungen zu vermeiden.

Um eine Tilgung des Befalls zu erreichen, muss die Behandlung mit chemischen Bekämpfungsmitteln alle möglichen Verstecke in den befallenen Räumen umfassen inklusive der Möbel, Gardinenleisten und loser Tapeten. Verstecke in den Bettgestellen, z.B. Spalten und das Innere von Rohren, können mit einem Spritzmittel besprüht werden, das einen Wirkstoff mit niedrigem Dampfdruck enthält, der nicht in die Raumluft diffundiert. Die demontierten Möbel müssen flächendeckend besprüht werden, damit nach ihrem Zusammenbau auch mögliche Spalten an den Stoßkanten ganzflächig gegen Neubefall geschützt sind.  Um das Bett, die Fußleisten und die Türzargen sollte eine Barrierebehandlung erfolgen.

Insektizide Stäube können ebenfalls als flankierende Maßnahme in den bevorzugten Verstecken der Wanzen u.a. hinter Fußleisten, in Dehnungsfugen, in Wandöffnungen Heizungsrohren und elektrischen Leitungen hinter Verblendungen ausgebracht werden.

Da Bettwanzen aufgrund ihrer Fähigkeit lange ohne Nahrung auszukommen über mehrere Wochen in ihren Verstecken bleiben können, ist es wichtig, alle Ritzen und Spalten, die als Verstecke in Frage kommen, sorgfältig mit einem Residualmittel zu behandeln, das über einen langen Zeitraum wirksam bleibt.

Polstermöbel stellen hier eine besondere Herausforderung dar, da die Bettwanzen in der Lage sind, bis in das Innere dieser Möbel vorzudringen. Wenn eine ausreichende Demontage der Polstergarnituren nicht möglich ist, ist eine Begasung dieser Möbelstücke sinnvoll, um den Erfolg der Bekämpfungsmaßnahme nicht zu gefährden.

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Nehmen Sie sich die Zeit für eine gründliche Inspektion der befallenen Räume und beziehen Sie auch die benachbarten Zimmer in die Kontrolle ein. Die vorbereitenden Maßnahmen haben einen höheren Anteil am Erfolg der Behandlung als die eigentliche Bekämpfung.