Primäre und sekundäre Vergiftungen

Eine wirksame Nagetierbekämpfung mit Antikoagulantien schließt Risikominimierung und damit die Mitarbeit des Kunden ein. Antikoagulante Rodentizide haben eine gute Wirksamkeit gegen Schadnager. Da diese Wirkstoffe die Blutgerinnung hemmen, beinhaltet ihr Einsatz auch Risiken für Säugetiere und Vögel. Wenn einem diese Risiken bewusst sind, kann man zuverlässig für die Sicherheit von Menschen und Haustieren während der Beköderung von Schadnagern sorgen.

Primärvergiftung und Sekundärvergiftung – helfen Sie Kunden den Unterschied zu verstehen

Eine Primärvergiftung von Tieren geschieht durch den direkten Fraß der Köder. Hierbei muss gewährleistet sein, dass nur die zu bekämpfenden Nagetiere – Ratten und Mäuse – den Köder erreichen können. Die gegen Ratten und Mäuse eingesetzten Köder wirken generell gegenüber Wirbeltieren toxisch. Als professionelle Schädlingsbekämpfer liegt es in unserer Verantwortung, Köder so zu sichern, dass nur Zieltiere diese erreichen können. Eine Vielzahl erhältlicher (unterschiedlicher) Köderstationen macht diese Aufgabe einfach. Auch innerhalb der Köderboxen müssen die Köder so befestigt werden, dass sie nicht von den Nagern verschleppt werden können.

Als Sekundärvergiftung bezeichnet man die Aufnahme einer schädlichen Dosis des rodentiziden Wirkstoffs durch  Nichtzieltiere (unter anderem Hunde, Katzen, Eulen, Greifvögel oder Iltisse), wenn diese vergiftete Nager fressen.

Planen Sie daher regelmäßige Besuche, um tote Tiere schnell zu entfernen und so die Möglichkeit einer Sekundärvergiftung zu verringern. Bayer empfiehlt, Kunden und deren Mitarbeiter in das Bekämpfungsprogramm einzuweisen, um so viele Augen wie möglich für diese Aufgabe zu gewinnen. Auf dem Label der Verpackung finden Sie verbindliche Anweisungen zu diesem Thema.

Tipps für verantwortungsvolles Ködern

Ein Anteil der Antikoagulantien verbleibt als Rückstand in toten Nagern, was zu Sekundärvergiftungen führen kann. Coumatetryl gehört zu den Antikoagulantien der ersten Generation und wird im Körper der Tiere relativ schnell abgebaut.  Dieser Wirkstoff tötet die  Nagetiere erst nach mehrfacher Aufnahme ab. Um einen guten Bekämpfungserfolg zu erzielen, muss daher  immer ausreichend Köder vorhanden sein. Der relativ schnelle Abbau dieser Wirkstoffe der ersten Generation reduziert das Risiko von Sekundärvergiftungen, schließt sie aber nicht aus! Die modernen Antikoagulantien der zweiten Generation müssen nur einmal aufgenommen werden um einer lethale Dosis zu erreichen. Diese Wirkstoffe werden in den Tieren langsamer abgebaut. Da der Tod der Tiere auch bei diesen Antikoagulantien erst nach einigen Tagen eintritt und die Tiere über diesen Zeitraum weiteren Köder aufnehmen, ist das Risiko einer Sekundärvergiftung durch Antikoagulantien der zweiten Generation höher.

Die Köder müssen vollständig entfernt werden, wenn das Köderprogramm erfolgreich beendet wurde.

Bayer empfiehlt .....

Die Vergiftungssymptome setzen erst mit einer Verzögerung von mehreren Tagen nach der ersten Köderaufnahme ein. Planen Sie mehrfache Besuche, um bei Bedarf neuen Köder nachzulegen und um tote Tiere schnell zu entfernen und so die Chancen einer Sekundärvergiftung zu verringern. Sprechen Sie mit dem Kunden über das Problem von primären und sekundären Vergiftungen und über mögliche Gegenmaßnahmen. Entfernen Sie übrig gebliebene Köder nach Beendigung der Bekämpfungsaktion.